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Jazzfenster-Produktionsweekend.

Jazzfenster-Produktionsweekend

Acht Formationen mit 35 Musikerinnen und Musikern ins beste Licht und in den besten Klang gerückt.


Text- und Bildreportage von Peter Hummel, Journalist und Vorstandsmitglied von gambrinus jazz plus

Es ist endlich schön draussen – und wir sind drinnen, dafür wie: Im zukunftsträchtigen Rorschacher Industrieareal fanden die Aufnahmen für das Transformationsprojekt «Jazzfenster St.Gallen» statt. Diese erste eigene TV-Produktion bietet der Ostschweizer Jazz-Szene ein wahrlich noch nie dagewesenes Schau-Fenster.


Urs C. Eigenmanns QuintOrchestra+ mit Urs C. Eigenmann (Keyboards), Andy Leumann (Schlagzeug), Marc Ray Oxendine (Bass), Thomas TomTom Straumann (Gesang), Alex Steiner (Gitarre) und Markus Bittmann (Saxophon)

Da war einmal eine Idee: Der Verein gambrinus jazz plus (gjp) in St.Gallen will in der endlos scheinenden Corona-Pause den zur Untätigkeit verdammten Jazzmusikern zu einer stark beachteten Auftrittsmöglichkeit verhelfen. Einfach auch noch gestreamte Konzerte anzubieten, das kann es aber nicht sein. Das Projekt soll definitiv nachhaltiger sein – eine richtige TV-Produktion wird angedacht. Und weil der Kanton St.Gallen für die Initiative «jazzfenster.sg» Musikgehör hat, als Covid-Transformationsprojekt gutheisst und zu einem grossen Teil die Kosten übernimmt, kommt diese Offensive zum Fliegen. Um die fehlende Finanzierung zu decken, wird auf Lokalhelden.ch noch ein Fundraising gestartet, welches das Ziel von 30‘000 Franken erfreulicherweise übertrifft, womit die Projektkosten von gut 120‘000 Franken gesichert sind. Damit kann relativ kurzfristig (Corona sei Dank…) eine hochprofessionelle Koproduktion von TVO (dem Ostschweizer Fernsehen), BBM (der führenden Schweizer Konzert-Broadcast-Firma) und tonkultur.ch (einer der erfahrensten Audio-Aufnahmefirmen) aufgegleist werden.


Nicole Durrer Quartet mit Adrian Egli (Gitarren), Sandro Heule (Bass), Nicole Durrer (Gesang/Jazz Oboe) und Carlo Lorenzi (Schlagzeug)

«Selten wurden wir von einem Veranstalter so zuvorkommend behandelt, wie bei diesem grossartigen Anlass ‹Jazzfenster St.Gallen›! Ihr habt euch bemüht um ein grosszügiges Budget, professionelle Technik, schmackhaftes Catering und vor allem auch ein extrem dankbares Publikum! Was will man mehr? Jedenfalls liess dieser Anlass für einen kurzen Moment die Mühen des vergangenen Corona-Jahres vergessen… und wir freuen uns sehr auf die Ton- und Bild-Aufnahmen unseres Konzertes!»
Michael Neff, Musiker


Michael Neff, Bandleader der Michael Neff Group

Braucht es nur noch eine geeignete Location. Eigentlich nennt sich gjp «der stadtweite Club», mit dem Einstein als «Stammlokal» und weiteren gelegentlichen Schauplätzen wie Kultbau oder Palace. Doch es wird rasch klar, dass sich in der Gallusstadt ad hoc nicht solch ein nötiges «Fernsehstudio» finden lässt und der Verein für einmal «extra muros» gehen muss. Fündig wird er in Rorschach, wo es dank des örtlichen Jazzclubs (leider selig) immerhin eine Jazztradition gibt. Und ungenutzte Industriebauten zur Genüge – etwa im Komplex Industriestrasse 36B, was sich prima (senza) vista zwar noch nicht wahnsinnig cool anhört.


Das Fernsehstudio in der INDUSTRIE36B in Rorschach

«Der Jazzfenstertag bleibt mir als ganz spezielle Perle in Erinnerung. Die wunderbarstens organisierte Plattform gab uns Musiker*innen die Gelegenheit, endlich wieder einmal richtiggehend abzuheben. Das ganze Team hat sich mächtig ins Zeug gelegt, damit diese fulminante Idee umgesetzt werden konnte. Ein riesengrosses Dankeschön!» Gabriela Krapf, Musikerin

Und es braucht auch ordentliches Vorstellungsvermögen, um sich auszumalen, wo denn hier zwischen Portugiesenladen, Albanisch-islamischem Verein, LKW-Garage und Fitnessclub ein «Fernsehstudio» sein soll. Aber hoppla, man wähnt sich gleich auf einem anderen Planeten, wie man diese Produktionsstätte von jazzfenster.sg betritt: Dekor stimmig, Licht wow, Maske perfekt, die Erdbeeren taufrisch vom Troxler-Feld und der Lachs ebenso filettiert von der Balik-Farm. Und vor allem: Die ganze Location strömt einen unnachahmlichen «Industrial Groove» aus, perfekt passend für eine Jazzproduktion.


Interview von Jodok Kobelt mit Joana Elena und Amik Guerra von Joana Elena Latin Jazz Project

Gar «wie bestellt» fürs Jazzfenster wirkt das Interviewsetting im Obergeschoss direkt vor einer Fensterfront. Und draussen sorgen ein (einziger) VüCH- Mann, ein kleiner charmanter Empfang und der Risottowagen sogar für ein bisschen Festivalambiance. Kunststück sagt Andreas Müller, gjp-Präsident und früherer Leiter mehrerer Festivals: «Ich fühle mich hier fast ein bisschen in die Anfänge des OpenAir St.Gallen zurückversetzt – alles sehr charmant, entspannt und persönlich. Und wir sind sehr glücklich, dass wir nach der langen Live-Pause der regionalen Jazz(plus)-Szene wahrhaftig zu einem optimalen Schau-Fenster und damit zu neuer Öffentlichkeit und neuem Publikum verhelfen können.» Und die Musiker wussten diesen Sondereffort auch sehr zu schätzen, wie stellvertretend das begeisterte Echo von Josquin Rosset belegt:


Rosset Meyer Geiger: Jan Geiger (Schlagzeug), Gabriel Meyer (Bass) und Josquin Rosset (Piano)

«Die Stimmung, die Leute, die Professionalität, das Catering, die Freude, der Enthusiasmus, und und und – es war wirklich wunderbar. Ein richtiges Jazzfestival!» Josquin Rosset, Musiker

Auch Hausherr und Immobilienentwickler Gottlieb Kündig strahlt über die rundum gelungene Auferstehung seines «Clubs» (der vor einem Jahrzehnt schon mal Treffpunkt der Rorschacher Jugend war) und tönt auch gleich an, dass es nach diesem gelungenen Probelauf in naher Zukunft mit einem Eventlokal weitergehen soll. Nach der Kleberei und später der Feldmühle-Umnutzung keimt in Rorschachs postindustrieller Downtown jedenfalls eine kreative Kultur-Szene auf.


Hausherr Gottlieb Kündig mit Gattin Ruth Stossfellner, die mit grosser Detailliebe für’s leibliche Rundumwohlergehen sorgte.

Jazz-Frühschoppen im tvo
30 Personen waren im Einsatz, um die acht Formationen mit insgesamt 35 Musikerinnen und Musikern ins beste Licht und in den besten Klang zu rücken: Kameraleute von drei Equipen (Konzert- und Interviewaufnahmen und «Behind the Scenes»), Toningenieure und Stagehands, Fotografen sowie Catering- und Gästeservice. Die Auftritte von Urs C. Eigenmanns QuintOrchestra+, 4tetto Mani Nude, Peter Eigenmann Carlo Schöb Quartett, Rosset Meyer Geiger, Nicole Durrer Quartet, SchnozJennyCaflisch feat. Gabriela Krapf, Michael Neff Group und Joana Elena Latin Jazz Project werden zusammen mit Interviews der DRS3-Legende Jodok Kobelt zu acht 45-minütigen Sendungen geschnitten, die ab 22. August jeden Sonntagmorgen im Ostschweizer Fernsehen TVO gezeigt werden.

(Erstveröffentlichung bei Die Ostschweiz)

Keepin’ the Groove Alive

Der Vorstand von gambrinus jazz plus
Patrick Müller, Pino Buoro, Andreas B. Müller (Präsident), Peter Hummel und Roger Maurer (v.l.n.r.)

PS: Wer noch mehr lesen mag – hier geht’s zum Artikel «Salsa für die Kamera: Acht Jazzbands spielen in Rorschach Konzerte fürs Fernsehen» von Roger Berhalter im Tagblatt.