Die Dezember-Hörtipps aus der Tonträgerabteilung von Musik Hug

Im Hintergrund laufen die Vorbereitungen für das Programm 2013 von gambrinus jazz plus, und im Vordergrund die drei Dezember-Tipps von Roger Rey, Abteilungsleiter Tonträger bei Musik Hug St.Gallen. Wir wünschen viel Freude damit!

Gary Clark jr. – Blak & Blu
Schon seit seinem Debut-Album 2005 wurden die Namen der ganz Grossen des Genres verwendet, um sein Talent zu beschreiben: Es fielen Namen wie Stevie Ray Vaughan oder Jimi Hendrix. Da Gary Clark aber noch jung und ein urbaner Musiker ist, fliessen neben Blues und Rock’n’Roll auch Soul und R’n’B-Elemente in seine Musik ein. Das Ganze ergibt einen modernen kraftvollen Sound, der vielleicht mit den früheren Stücken von Lenny Kravitz oder dem Album “Blufunk is a fact” von Keziah Jones verglichen werden kann.

Sykur – Mesópótamía
Sykur heisst zwar ins Deutsche übersetzt “Zucker” – aber so süss ist die Musik der vier Isländer nicht. Da Zucker als ein sehr guter Energie-Lieferant gilt, erscheint der Name dann wieder sehr passend. Sie müssten aber eigentlich dazu auch noch “súkkulaði” (Schokolade) und “nammi” (Bonbon) heissen; denn sie sind bunt bis schrill und ihre Musik kann glücklich machen. Einflüsse der 80er Dance Musik sind bei der jungen Electro-Pop Band klar auszumachen, diese erhält jedoch einen neuen, modernen Anstrich. Dazu kommt die Stimme von Sängerin Agnes Björt Andradóttir, deren Kraft und Ausdruck mit Beth Ditto (Gossip) oder Adele verglichen werden darf. Zusammen ergibt dies eine kalorienreiche Mischung, die gute Laune schafft und viel Energie rüberbringt.

Rudresh Mahanthappa – Gamak
Der preisgekrönte Saxophonist und Komponist Rudresh Mahanthappa geht auch auf seinem neuen Album “Gamak” ungewohnte Wege. Er ist sich nicht zu bequem, so lange zu experimentieren, bis Stile und Ideen zusammenpassen, die bei anderen Musikern schon im Ansatz als unpässlich verworfen würden. Musikalische Unterstützung suchte er sich bei Musikern, mit denen er schon auf seinem Album “Codebook” zusammenspielte – Francois Moutin (Bass) und Dank Weiss (Schlagzeug). Für sein Vorhaben, Elemente aus Jazz, Rock, Folk und Weltmusik zu einem eigenständigen, modernen Stil zu vereinen, fand er zusätzlich die Unterstützung des Gitarristen David Fiuczynski. Und genau dieser Fiuczynski ist es dann auch, der das anfangs scheinbar fehlende Bindeglied aller dieser Stile war. Wo Weiss und Moutin die Grundlagen legen, vermengen Mahanthappa und Fiuczynski die vielseitigen Elemente mit der nötigen Würze zu einem Guss.