Nadah El Shazly – Manuel Troller

NADAH EL SHAZLY - Egypt Free Jazz, Electronic & Progressive Pop

gjp_logo_klein3Do, 21. November, 20.30 Uhr
St.Gallen, Palace, Blumenbergplatz

Diesen Abend in die Schublade «Jazz» zu stecken, wäre eine Untertreibung erster Güte. Denn weder Nadah El Shazly noch Manuel Troller lassen sich von irgendwelchen Konventionen einsperren, sondern sprengen jegliche Genre- und Klanggrenzen.

Nadah El Shazly, zum ersten Mal mit Band in Europa unterwegs, entführt gekonnt traditionelle Musik in Free Jazz, schwebende Elektronik und progressiven Pop. Mit ihrer Stimme, die, wie der «Musikexpress» schreibt, «so schön und bezirzend ist, dass man damit drei Jahre alte Telefonbücher verkaufen könnte», führt sie durch die verwobenen Songs und schickt Italowestern-Gitarren, gleichwohl wie Bass-Drones und virtuose Melodien in einen Soundwald, der in den verschiedensten Farben aufblüht.

Manuel Troller, wohl einer der aufregendsten Gitarristen der Schweiz, weiss genau wie El Shazly mit scheinbar unmachbaren Verbindungen aufzuwarten: Der Schnellertollermeier-Gitarrist bedient sich in seinen Solokonzerten Elementen der Minimal Music sowie afrikanischer Traditionals. Er verflicht gewaltige Rhythmik mit statischen Zuständen, was an elektronische Songstrukturen erinnert. Von fragilen Saitenklängen bis zu Orchestralem weiss Troller alles auszuloten, was sein Instrument hergibt. Ein Abend mit Gänsehaut-Garantie!

Paralysierend: Die Künstlerin aus Kairo entführt regionale Musik aus traditionellen Milieus in Free Jazz, Elektronik und Progressive Pop.

Nadah El Shazly besitzt eine Stimme, die so schön und becircend ist, dass man damit drei Jahre alte Telefonbücher verkaufen könnte. Sie hat diese Stimme schon in traditionellen arabischen Zusammenhängen, in Jazz- und Punk-Cover-Bands eingesetzt. Auf ihrem Debütalbum, Ahwar, hören wir jetzt zerschnittene und verfremdete Vokalparts, deren Herkunft kaum mehr auszumachen ist. Gleich im Eröffnungstrack, „Afqid Adh-Dha­kira“, legt sich dieser Gesang über mu­sikalische Landschaften, in denen Italowestern-Gitarren, Bass-­Drones und Free-Jazz-Gebläse auftauchen.

Der Song steuert in Richtung Kakofonie, zerfällt vor dem Finale aber in seine dissonanten Einzelteile. Das ist der paralysierende Einstieg in ein Album voller elektroakustischer Grenzgänge. 20 Musiker haben Nadah El Shazly bei den Aufnahmen unterstützt, dabei kamen Saxofone, Flöte, Klarinette, Violine, Harfe sowie traditionelle Instrumente wie Oud, Saz, Kalimba und Tablas zum Einsatz. Nadah El Shazly tönt wie eine Sirene durch Raum und Zeit. Im Booklet werden die Lyrics ins Englische transferiert: „I am coming from a time far away, going, escaping, alone in the wilderness.

Lineup (tbc.):
Nadah El Shazly – Gesang und Instrumente
Maurice Louca – Gitarre
Osama Shalabi – Synthie und Gitarre
Jonah Fortune – Bass
Pat Conan – Schlagzeug
Konrad Angus – Schlagzeug


 


Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit Palace St.Gallen.
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