Gambrinus Jazz News

30. Juni bis 18. Juli: 10. Kulturfestival St.Gallen

Das Kulturfestival feiert im Juli seinen zehnten Geburtstag. Am Konzept der sommerlichen Konzerte mit Schwerpunkt Soul, Jazz, Folk und World Music hat sich nichts geändert. Und das dreiwöchige Programm ist eigentlich der Geschenke genug.

Irgendwie beschenken sich die zwei Initianten des Kulturfestivals, Lukas Hofstetter und Philip Stuber, auch selber. Weil sie immer schon Künstlerinnen und Künstler eingeladen haben, von denen sie selbst begeistert waren. Das Schöne daran: Sie beschenken und begeistern damit ebenso ihr Publikum.

Insofern wäre der zehnte Geburtstag, den das Kulturfestival ab 30. Juni im Hof des Historischen und Völkerkundemuseums begeht, bereits der Geschenke genug. Für sie und fürs Publikum.

gambrinus jazz plus präsentiert: Aron Ottignon (Neuseeland) am Donnerstag, 2. Juli 2015

gambrinus jazz plus präsentiert: Aron Ottignon (Neuseeland) am Donnerstag, 2. Juli 2015

Das Kulturfestival ist ähnlich wie das beinahe gleich alte Nordklang-Festival eine sanktgallische Erfolgsgeschichte. Ein kleines, feines Festival, das seine überschaubare Grösse und ein klares Programm zu seiner Stärke gemacht hat. Hinter beiden Festivals stecken leidenschaftliche Musikliebhaber, die ihr Programm mit lustvollem Entdeckergeist entwickeln. Und dabei zahlreiche Künstler nach St. Gallen bringen, die man sonst kaum hier zu hören bekäme.

Weltmusik mit Weltformat
Das wird ebenso am 10. Kulturfestival so sein, dessen Programm jetzt bekanntgegeben wurde. Die World Music ist dabei wieder prominent vertreten. Insbesondere mit dem Grandseigneur des Mali-Blues, Boubacar Traoré. Der 73jährige Gitarrist kommt mit seinem aktuellen Album «Mbalimaou» am 7. Juli nach St. Gallen. Traditionelle Musik aus Kongo, kombiniert mit europäischem Funk und Rock, gibt es zum Auftakt am 30. Juni mit Jupiter & Okwess International. Und urbanen, traditionellen Gypsy bringt die serbische Band Kal aus ihrer Heimat mit.

Kal wie auch Y’akoto gehören zu den ersten, für die eine ungeschriebene Regel gebrochen wird, wie Philip Stuber gesteht: «Eigentlich haben wir noch nie jemanden ein zweites Mal eingeladen». Doch sowohl Kal wie die grossartige Soulsängerin sind Stuber nicht nur wegen begeisternder Konzerte in bester Erinnerung. Im Fall von Y’akoto (11. 7.), die 2012 ihr erstes Schweizer Konzert am Kulturfestival gegeben hat, sei auch unglaublich viel passiert, was ihre Rückkehr sehr wohl rechtfertige.

Abstecher nach grossen Festivals
Als einen «typischen Fall» für ihr Festival erachtet Stuber den Jamaikaner Winston McAnuff und den Franzosen Fixi. Zwei Tage nach deren Auftritt am Paléo Festival werden sie am 14. 7. ihre «extrem spannende, originelle Mischung» aus Reggae, Soul und Musette im stimmungsvollen Museumshof präsentieren. Und das Frauenquartett Katzenjammer aus Norwegen folgt seinem Gurten-Auftritt.

Urbaner und elektronischer dürften die Auftritte von FM Belfast aus Island, dem britischen Electric Swing Circus und dem britischen Trio Zoot Woman werden. Die Kooperation mit Gambrinus Jazz führt den gefragten neuseeländischen Pianisten Aron Ottigon mit dessen Trioprojekt nach St. Gallen.

Das Vorprogramm während des dreiwöchigen Festivals bestreiten erneut regionale Bands, wobei mit der Plattentaufe von Herr Bitter am 4. 7. ein Abend ganz dem hiesigen Musikschaffen gehören wird. So weit ein Teil der musikalischen Geschenke. Dazu noch ein Dank an Stammgäste: zum Zehnten gibt es die 4- und 7-Tagespässe günstiger.

Text: Andreas Stock, St.Galler Tagblatt

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