Luna

The Duša Orchestra
Luna

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Album Info:

Nach drei Alben mit ausuferndem Balkan-Jazz beleuchtet The Dusa Orchestra seine beinahe meditative Kehrseite. «Luna» ist in den besten Momenten schier schmerzlich schön: Eine Hommage an nie enden wollende Toskana-Nächte.

Vielleicht muss man wie das Dusa Orchestra einige jener magischen Toskana-Nächte erlebt haben, um die Atmosphäre von «Luna», dem inzwischen vierten Tonträger der Ostschweizer Erfolgsformation, wirklich durchdringen zu können. Anstelle der vollends ausnotierten, klug arrangierten und solistisch oftmals ausufernden Songs treten auf «Luna» nun intime Bekenntnisse einer Band, die sich ganz und gar gefunden zu haben scheint.

Entspanntes Dahingleiten
Bereits der Eröffnungssong «Nica» klingt so, als ob sich Goran Kovacevic (Akkordeon, Piano, Melodica), Peter Lenzin (Saxophone, Querflöte), Patrick Kessler (Bass) und Enrico Lenzin (Schlagzeug und Perkussion) in der Südtoskana einzig dazu getroffen hätten, um nach all den Konzerten, Tourneen und Studioarbeiten der letzten drei Jahre ihre Seelen endlich einmal ausatmen zu lassen. Wunderschön fügen sich Titel wie «Adieu», «Nica’s Day», «Remember» und als Höhepunkt das romantisch-larmoyante «Blue Eyes» ins verträumt-schwelgerische Gesamtbild. Die ausufernde Musikalität, eigentlich das tragende Attribut in der jazzbastardschen Mischung der Dusa-Seelenmusik, tritt zurück und öffnet den Raum für ein sanftes musikalisches Dahingleiten. Vergeblich werden Dusa-vertraute Hörerinnen und Hörer minutenlange Solis suchen – und sich stattdessen dem Dahinschwelgen unter dem südlichen Mond hingeben müssen.

Schönheit der Reduktion
«Luna» ist weder spannend noch besonders ideenreich, dafür ein wunderbares Beispiel für die Schönheit der Reduktion. Stets dominiert das Thema den Gesamtbau der Komposition. Teils im Quartett und immer wieder im Duo lotet das Ensemble die Möglichkeiten der Aussparungen gekonnt und ebenso genüsslich aus. Ihren ureigenen Sound indes verlieren die Seelenmusiker nie aus den Augen und verzahnen gekonnt musikalische Dialekte von Frankreich, Italien, dem Balkan, aber auch der Schweiz. Eurojazz möchte man das gerne nennen, würde da nicht unterschwellig stets die Begeisterung und Verehrung des amerikanischen Jazz, festgemacht an der Stadt New York, mitschwingen.

Magie des Momentes
Saxophonist Peter Lenzin ist sich durchaus bewusst, mit «Luna» einen Dusa-Orchestra-untypischen Tonträger herauszugeben. «Wir haben das nicht geplant. Es war die Magie des Ortes in der Toskana und die Energie, die sich dort entwickelte, die zu diesem Album führte.» Ausgezeichnet produziert wurde der Tonträger übrigens von Christoph Schaepper für das aufstrebende regionale Label «Amiataemozioni». Live ist «Luna» einstweilen kaum zu hören. Aktuell tourt das Dusa Orchestra durch Österreich, Tschechien und Deutschland (siehe Kasten). In der Ostschweiz ist das Quartett wieder ab Mitte Mai zu hören.

Autor: Michael Hasler
Quelle: St.Galler Tagblatt vom 12.4.2007

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